Sozial gerechte Beschaffung bezeichnet eine Einkaufspolitik und Auftragsvergabe, welche sich an sozialen und ökologischen Kriterien orientiert.
Sozial gerechte Beschaffung bedeutet unter anderem:
- Vermeidung von ausbeuterischer Kinderarbeit
- Existenzsicherndes Einkommen
- Gewährleistung international anerkannter Arbeitsrechte
- Unabhängige Kontrolle der vorgegebenen Standards und Kennzeichnung durch Qualitätssiegel
Unsere Angebote
- Eine Vernetzungsinitiative für Kommunen, Gemeinden und Kreise sowie für Akteure des Fairen Handels in NRW fand am 29. November 2011 in Herne statt. Das Programm finden Sie hier.
Eine zweite Veranstaltung ist für den 8. Mai 2012 in Planung. - Wir bieten praxisorientierte Workshops zum Thema sozial gerechte Beschaffung an, welche den MitarbeiterInnen in der öffentlichen Verwaltung Handlungsmöglichkeiten für die eigene Arbeit aufzeigen. Material und Informationen rund um das Thema finden Sie hier. Eine Nachlese zu den Workshops gibt es im Archiv.
- Bei jährlich stattfindenden Fachtagungen werden übergeordnete Themen einer sozial gerechten Beschaffungspolitik diskutiert.
Im Jahr 2012 wird diese in Form von Fachforen in die Messe FA!R2012 eingebunden.
2011 war diese eingebettet in die Fachtagung zum Fairen Handel am 9. September 2011 in Dortmund.
2010 fand diese am 17. November 2010 statt. Weitere Informationen finden Sie hier.
Materialien und mehr
Ob Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und Fotos oder interessante Dokumente zum Thema:
Das Projekt "FA!R KAUFEN" bietet hier weitere Informationen zum sozial gerechten Beschaffungswesen in der Kommune.
Ausgangssituation
Bund, Länder und Kommunen geben jährlich mehrere hundert Mrd. Euro für Güter und Dienstleistungen aus, das entspricht über 17% des Bruttoinlandprodukts. Die Hälfte davon entfällt auf die Kommunen. Als große Auftragsgeber mit solch umfassendem Auftragsvolumen kommt den Stadtverwaltungen eine bedeutende Rolle und Verantwortung zu.
Berücksichtigt die öffentliche Hand soziale und ökologische Kriterien beim Einkauf, kann sie als Vorbild für Unternehmen und Konsumenten fungieren und zu einer Verbesserung der Lebenssituation, vor allem in Schwellen- und sogenannten Entwicklungsländern, beitragen.
Die Philosophie des fairen Handels und der gerechten, nachhaltigen Beschaffung hat sich bei den Verantwortlichen des Beschaffungswesens in Deutschland bisher kaum etabliert, obwohl es zahlreiche gute Gründe gibt, sich für den fairen Handel zu entscheiden. Dabei betreffen eine Vielzahl von Produkten auch die öffentliche Hand.
Das neue Tariftreue- und Vergabegesetz NRW 2012 setzt rechtliche Rahmenbedingungen, die den Entscheidungsträgern im Beschaffungswesen rechtliche Grundlagen schaffen, nach öko-sozialen Kriterien einzukaufen.
Im Januar 2012 wurde im Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums eine Kompetenzstelle für nachhaltigen Einkauf eingerichtet. Es soll darauf hin arbeiten, dass nachhaltige Kriterien verstärkt in den öffentlichen Einkauf eingebettet werden. Die Kompetenzstelle dient den Vergabestellen des Bundes, der Länder und der Kommunen, potentiellen Bietern aus der Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und anderen Experten zu diesem Thema.
Mit unserem Angebot in Form von Workshops, Tagungen und der Netzwerkinitiative unterstützen wir kommunale Beschaffer bei den Möglichkeiten einer sozial gerechten Auftragsvergabe und beraten sie. Darüber hinaus gibt es vielfältige Materialien unterschiedlicher Organisationen, die zu dem Thema Fachpublikationen herausgegeben haben.
Gute Gründe für fairen Einkauf in der Kommune
Es gibt vielfältige Gründe, den Einkauf in der Kommune sozial gerecht umzugestalten. Gerade angesichts der schwierigen Haushaltssituation in vielen Kommunen stellt sich die Frage, wie die Stadtverwaltungen wirtschaftlich, qualitätssichernd und effizient handeln können. Neben den Aspekten des Sparens spielen Wettbewerb und Vielfalt eine Rolle. Sie müssen für ein Kräftegleichgewicht und eine Gleichbehandlung sorgen und Transparenz schaffen.
Durch eine sozial gerechte Beschaffung können die Stadtverwaltungen ihre Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung unter Beweis stellen und einen Imagegewinn in der Bevölkerung erzielen. Nicht zuletzt geht es darum, Gesundheit und Sicherheit für alle zu garantieren und Verantwortung zu übernehmen.
In der öffentlichen Wahrnehmung geraten immer mehr Produkte in die Kritik, welche aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen oder unter sozialen Missständen produziert wurden. Diese werden auch von öffentlichen Einrichtungen nachgefragt, wie Steine, Dienstkleidung, Holz, Nahrungsmittel, Blumen oder Spielzeug.
Audio-Statements
Hier hören Sie Statements von drei beispielhaften Kommunen zur sozial gerechten Beschaffung.

Johannes Beisenherz,
Bürgermeister der Stadt
Castrop-Rauxel
Audio-Statement

Ullrich Sierau
Oberbürgermeister der
Stadt Dortmund
Audio-Statement

Michael Heidinger,
Bürgermeister der Stadt
Dinslaken
Audio-Statement








